Kalkputze – Eigenschaften, Geschichte und Anwendung
Einleitung und historischer Kontext
Kalk putz ist einer der ältesten von Menschen genutzten Baustoffe. Bereits vor etwa 14.000 Jahren wurde Kalk als Baumaterial eingesetzt, und in den Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens finden sich frühe Beispiele für Kalkputze, die teilweise bereits a fresco bemalt wurden. Die Römer perfektionierten die Kalktechnologie vor etwa 2.000 Jahren und nutzten sie für Bauwerke, Wasserleitungen und Hafenmauern. Mit dem Untergang des Römischen Reiches ging dieses Wissen teilweise verloren. Im Mittelalter dominierten regional unterschiedlich Gips- und Kalkmörtel, bevor mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert zementhaltige Mörtel der traditionellen Kalkputze weitgehend verdrängten.
Heute erlebt Kalkputz eine Renaissance. Dies ist zum einen auf seine Bedeutung in der Denkmalpflege zurückzuführen, wo zementhaltige Mörtel aufgrund ihrer geringen Dehnbarkeit und der Gefahr von Salzschäden oft ungeeignet sind. Zum anderen gewinnt er im ökologischen Bauen und in der modernen Architektur neue Wertschätzung, da er wohngesund und nachhaltig ist.
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